Häufige Fragen

Wie viele Windenergieanlagen könnten gebaut werden?
Aktuell sind in Schmallenberg 2 Flächen, Habichtsscheid und Bracht / Knüppelhagen im Flächenutzungsplan-Änderungsverfahren (Lagepläne in der Navigation unter Stadtvertretung 18.12.2012). Im Laufe des Verfahrens kann es Änderungen geben am Zuschnitt der Flächen, es können sich auch ganze Flächen als ungeeignet erweisen. Für eine dritte Fläche, „Saalhauser Berge“, ruht das Verfahren.

Die Zahl der Anlagen hängt vor allem von Größe und Zuschnitt der Bauflächen, den Hangneigungen und vom Rotordurchmesser ab. In den letzten 2 Jahren erfolgte für Standorte im Binnenland eine schnelle Entwicklung der Rotordurchmesser von 80 m Richtung 120 m (siehe Technik), mit der Konsequenz, dass sich aufgrund der größeren Abstände die Zahl der Anlagen in einer Fläche fast halbiert.

Bei o.g. Anlagengrößen könnten am Habichtsscheid 4 oder 5 Anlagen errichtet werden, auf Bracht / Knüppelhagen 7 oder 8. Die genauen Anlagenstandorte werden von den Betreibern erst zu einem späteren Zeitpunkt geplant. Die Stromerzeugung entspräche etwa 10 % des Energieverbrauchs im Stadtgebiet.

Die Ausweisung von Vorrangzonen ist einerseits kommunale Planungshoheit, andererseits gibt es auf Landesebene NRW konkrete quantitative Ziele zur Erzeugung von Strom aus Windenergie. Darüber hinaus werden im Regionalplan des Regierungsbezirks Arnsberg voraussichtlich Ende 2013 flächenbezogene Planungsvorgaben veröffentlicht.

Die Potentialuntersuchung des Landes NRW vom November 2012 sieht für Schmallenberg Standorte für mehr als 150 Windenergieanlagen. Innerhalb dieser Vorgaben hat die Stadt Steuerungsmöglichkeiten für Anlagenzahl, Abstände und Standorte nur dann, wenn sie entsprechende Bauleitplanung betreibt.


Warum liegen die meisten Potentialflächen im Norden des Stadtgebietes?
Die Untersuchungen über das gesamte Stadtgebiet haben gezeigt, dass insbesondere aufgrund der sich aus der Siedlungsstruktur ergebenden Abstandsflächen, der festgesetzten Schutzgebiete für Natur und Landschaft und dem Ziel, die Windenergienutzung an möglichst großen aber dafür wenigen Standorten zu konzentrieren sich eine Verteilung der Potentialflächen von Südwesten nach Nordosten quer über das Stadtgebiet ergibt. Im Südwesten musste das Verfahren für die Fläche Saalhauser Berge aufgrund von Kurgebietsabgrenzungen gestoppt werden.

Seit Ende 2012 gibt es im Energieatlas NRW hoch aufgelöste Windgeschwindigkeitsdaten.
http://www.energieatlasnrw.de/site/nav2/Planung/KarteMG.aspx
Diese haben die Standortqualitäten und die Häufung geeigneter Standorte im Westen und Norden des Stadtgebietes bestätigt.


Wie verändert sich das Landschaftsbild?

Jede Art der Energiegewinnung führt zu Beeinträchtigungen: in Braunkohlegruben werden im Rheinland oder Brandenburg Dörfer komplett "weggebaggert", importierte Steinkohle wird unter häufig gefährlichen Arbeitsbedingungen abgebaut, Lecks in Bohrinseln oder Tankern verseuchen Randmeere, Havarien von Kernkraftwerken machen Flächen von mehreren Landkreisen unbewohnbar, vom CO2-Ausstoß der Kraftwerke gar nicht zu reden.

Windenergieanlagen von 200 m Höhe sind weiträumig sichtbar. Jedoch darf das Sichtfeld aus einem Ort heraus keinesfalls in ganzer Breite durch Windenergieanlagen geprägt sein. Mit den derzeit geplanten Flächen wird das auch nicht der Fall sein.

Als wenig ästhetisch wird es zu recht empfunden, wenn Windenergieanlagen willkürlich einzeln in der Landschaft stehen, oder Parks mit Anlagen in unterschiedlichen Größen, unterschiedlichen Bauarten, unterschiedlichen Drehgeschwindigkeiten, unterschiedlichen Drehrichtungen, nicht synchronisierten Nachtbefeuerungen, ohne Fluchten, ohne erkennbare Ordnung die Landschaft prägen. Das kann man wirklich als Schaden in der Kulturlandschaft empfinden. Diese minimale Ästhetik sollte mit den Betreibern im Bebauungsplan geregelt werden.
 
Zum Landschaftsbild hat es 2012 eine Voruntersuchung gegeben, die am 13.9.2012 öffentlich vorgestellt worden ist (siehe Stadtvertretung).


Wie sieht das mit der Lärmbelästigung aus?
Das Einhalten der zulässigen Schalldruckpegel muss im späteren Genehmigungsverfahren nach Bundes-ImmissionsschutzGesetz nachgewiesen werden.
In Mischgebieten und im Außenbereich sind Schalldruckpegel bis zu 45 dB(A) zulässig, diese sind bei 600 m Abstand erreichbar. Wenn nicht, müssen Abstände vergrößert oder Anlagen teilweise abgeschaltet werden.
Um die Orte besser zu schützen sind Abstände von 1000 m vorgesehen, damit sind Immissionen erreichbar, die denen in Wohngebieten entsprechen.


Windenergieanlagen emittieren Infraschall. Ist dies gesundheitsschädlich?
Der Immissionsschutz ist in Deutschland so detailliert geregelt, wie nur in wenigen anderen Ländern. Diese Regelungen sind Grundlage der Genehmigungsverfahren. Über Infraschall im Zusammenhang mit Windenergieanlagen gibt es in Deutschland mehrere aktuelle Veröffentlichungen (siehe Immissionsschutz)

Mögliche  Immissionen hängen von zahlreichen Faktoren ab, vor allem von der Emission konkreter Anlagen und von den Standorten. Beide Faktoren stehen erst im Genehmigungsverfahren fest. In Schmallenberg sind die Abstände zu Wohnsiedlungsbereichen vorsorglich von Anfang an deutlich über den zur Erfüllung gesetzlicher Anforderungen erforderlichen Mindestabständen angesetzt worden.

Der Deutsche Naturschutzring:
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Wirkung von Infraschall auf den Menschen hinreichend untersucht ist. Differenzen in der Sachverhaltsbewertung fußen auf unbestätigten Besorgnissen und einer Einzelfalluntersuchung. Warum diese einzelne Untersuchung deutlich andere Ergebnisse zu zeigen scheint als die anderen ausgewerteten Studien, ist nicht schlüssig belegbar. Dennoch dürften einzelne Menschen sensibler reagieren als andere.
LEVENTHAL (2004) (42) nimmt an, dass rund 2,5 % einer Bevölkerung mindestens 12 dB empfindlicher wahrnehmen als der Durchschnitt. Nach heutigem Stand des Wissens (siehe auch SUVA (2009) (43)), verursacht Infraschall im Frequenzbereich zwischen 2 und 20 Hz keine Gehörschädigung, wenn der Mittelungspegel - bezogen auf 8 Stunden pro Tag - unter 135 dB und der Maximalpegel unter 150 dB liegt. Störungen des Wohlbefindens können auftreten, wenn der Mittelungspegel 120 dB übersteigt. Diese Werte sollten vorsorglich um 12 dB reduziert werden, um auch die Belästigung oder Gefährdung sensibler Personen auszuschließen.
Derartig hohe Schalldruckpegel werden durch WEA bei weitem nicht erreicht. In den oben dargestellten Messungen in nur 100 bis 250 m Entfernung zur WEA wurden - bei einer extrem hohen Windgeschwindigkeit, durch die selbst ein hoher natürlicher Infraschall erzeugt wird - Werte im Bereich von insgesamt 70 dB bzw. bei normalen Windverhältnissen Werte um insgesamt 50 dB  gemessen. Die gesellschaftlich akzeptierten Infraschallwerte anderer anthropogener Quellen liegen weitaus höher. Dieser Wert reduziert sich pro Entfernungsverdoppelung noch einmal um 6 dB, so dass bei der in der TA Lärm vorgeschriebenen Mindestentfernung zu Wohngebieten von mindestens 500 m keine Belästigung, Beeinträchtigung oder Gefährdung von Personen zu befürchten ist.
Im Stadtgebiet von Schmallenberg wurden zu Wohnsiedlungsbereichen von Anfang an erhöhte Schutzabstände von 1000 m angesetzt.


Was ist ein Schlagschatten/Schattenwurf und was ist der Disko-Effekt?

Bei flach stehender Sonne fällt – bei offenem Himmel – der Schatten einer 200 m hohen Windenergieanlage mehr als 1000 m weit.
Nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz darf der Schattenwurf von Windenergieanlagen nicht länger als 30 Stunden pro Jahr und 30 Minuten am Tag auf ein Wohnhaus wirken. Bei Überschreitung dieser Dauer müssen die Windenergieanlagen abgeschaltet werden, solange ihr Schatten auf den Immissionspunkt fällt. Auch diese Belastungen sind für Vorhaben in Schmallenberg auszuschließen, das kann, je nach Wetterlage, über kurzzeitige Abschaltungen erfolgen.

Die Beschattungszeiten, als auch ggf. die Abschaltungen, werden im Computer der Anlage gespeichert. Diese Protokolle können und werden von der Immissionsschutzbehörde des Kreises überprüft werden. Bei einem Verstoß gegen diese Auflagen kann die Immissionsschutzbehörde die Anlagen stilllegen.

Der Diskoeffekt, Reflexionen auf den sich drehenden Rotorblättern, entsteht, abhängig vom Sonnenstand. Bei modernen Anlagen wird dieser Effekt durch Beschichtungen vermieden.


Schaden Windparks dem Tourismus?

Windenergienutzung untermauert den Anspruch einer Naturregion, mit den natürlichen Ressourcen schonend und klimafreundlich umzugehen.

Eine repräsentative Untersuchung, 1326 befragte Personen, gibt es aus der Eifel, der Auftraggeber ist der Naturpark Hohes Venn - Eifel. Die komplette Untersuchung finden Sie in der Navigation unter Tourismus.

Zwei Kernaussagen:

1. Wie empfinden Sie WKA in der Eifel?
59% nicht störend (61% wenn die Befragten außerhalb des Naturparks wohnen)
28% störend, aber akzeptabel. (26% wenn die Befragten außerhalb des Naturparks wohnen)
8% störend (8% wenn die Befragten außerhalb des Naturparks wohnen)
4% sehr störend (4% wenn die Befragten außerhalb des Naturparks wohnen)
1% keine Angabe (1% wenn die Befragten außerhalb des Naturparks wohnen)
2. Finden Sie WKA in der Eifel so störend, dass Sie bei zusätzlichen Anlagen auf einen Besuch der Eifel verzichten würden?
91% nein, trifft nicht zu
6% ja, trifft zu
3% keine Angabe

Hier wird unsere eigene Kommunikation entscheidend sein. Wird ein Windpark als Störung gesehen oder wird ein Windpark Teil der Kulturlandschaft. Das Sichtfeld aus einem Ort heraus darf keinesfalls in ganzer Breite durch Windenergieanlagen geprägt sein. Mit den derzeit geplanten Flächen wird das auf dem 303 km² großen Stadtgebiet auch nicht der Fall sein.

Andere Tourismusregionen nutzen saubere Windenergie als Sympathieträger. Im kürzlich abgeschlossenen Bundeswettbewerb „Nachhaltige Tourismusregionen“ ist Sieger die Uckermark. Dort ist man stolz auf seine Windparks und wirbt emotional mit ihnen: http://www.tourismus-uckermark.de/bundeswettbewerb.html
Ebenfalls prämiert wurde Ulrichstein am Vogelsberg in Hessen, dort stehen 53 Windenergieanlagen auf 66 km² (zum Vergleich: Stadtgebiet Schmallenberg 303 km²). „Die Zahl der Übernachtungen ist 2012 gegenüber dem Vorjahr um 700 auf rund 12.000 gestiegen. Wir freuen uns über einen Zuwachs an umweltfreundlichen erneuerbaren Energien und an touristischem Zuspruch“, berichtet Bürgermeister Edwin Schneider.


Wer verdient mit den Windenergieanlagen?
Die Grundstückseigentümer erhalten von den Betreibern eine Pacht. Üblich sind Modelle, bei denen ein Teil der Pacht direkt an den Eigentümer fließt, auf dessen Grundstück eine Anlage steht. Dieser Eigentümer muss die Betriebsfläche von ca. 1500 m² zur Verfügung stellen und Dienstbarkeiten in seinem Grundbuch eintragen lassen. Der größere Teil der Pacht sollte über die gesamte Fläche des Windparks verteilt werden. Auf diese Weise wird dieser Teil der Wertschöpfung von vornherein breiter geteilt.

Dazu sollen die Bürger die Möglichkeit erhalten sich finanziell beteiligen zu können, z.B. in einer Bürgerenergie-Gesellschaft. Ein derartiges unternehmerisches Engagement ist allerdings nicht völlig frei von Risiken.

Ein weiterer Baustein, um möglichst viel der Erlöse in den Orten zu halten, sollte die Unterstützung gemeinnütziger Zwecke mit Mitteln aus den Einspeiseerlösen sein.

Die Kalkulation der Wirtschaftlichkeit ist Aufgabe der Betreiber bzw. wird im Interessen-bekundungsverfahren ermittelt. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass die geplanten Vorrangflächen ausreichend windhöffig sind, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen natürlich unter der wesentlichen Voraussetzung, dass Einspeisevergütungen für Windstrom auf dem Land, unter den erneuerbaren Energien, die mit Abstand günstigste, weiterhin kalkulierbar bleiben.

Für eine seriöse Kalkulation stehen Zahlen bisher nicht zur Verfügung. Zu Erlösen und Gewinnen gibt es viele Betrachtungen, die, wie häufig bei Wirtschaftlichkeitsrechnungen, auf zahlreichen Annahmen beruhen und je nach Interessenlage „getunt“ werden können. Neben Technik, Investitionskosten, Eigenkapitalausstattung und Windhöffigkeit sind vor allem die Projektierungskosten ein bestimmender Faktor. Wesentliche Voraussetzung bleibt die langfristig zu erzielende Einspeisevergütung.


Erneuerbare Energien machen den Strom unbezahlbar
Strom aus erneuerbaren Energien ist teurer als klassisch erzeugter. Bei diesem sind aber Folgekosten in erheblicher Höhe z.B. der Endlagerung radioaktiven Brennmaterials, der Rekultivierung von „Bergbau-Folgelandschaften“ in Drittländern oder Folgeschäden der Erderwärmung auf die Allgemeinheit oder in die Zukunft verlagert.

Die EEG-Umlage als Bestandteil des Strompreises wird von zwei Faktoren bestimmt: Der Differenz aus der Einspeisevergütung für den Strom aus erneuerbarer Erzeugung zum Börsenstrompreis und der Basis, auf die diese Umlage verteilt wird. Die Vergütungen sind gestiegen, weil immer mehr Strom erneuerbar erzeugt wird, diese Erzeugung drückt den Börsenstrompreis und erhöht damit die Differenz. Gleichzeitig schrumpft die Basis aus zwei Gründen, der Anteil konventioneller Energien am Stromverbrauch sinkt und es haben sich nicht nur energieintensive Unternehmen im internationalen Wettbewerb von der Umlage befreien lassen. Die niedrigen Börsenstrompreise werden als Ausgleich an den Privatverbraucher nur in geringem Umfang weitergegeben.

Die anfangs extrem hohen Einspeisevergütungen, für Photovoltaikstrom wurden im Jahr 2000 mehr als 50 cent für eine kWh vergütet, laufen mit Ende der 20jährigen Förderung aus. Aktuell wird Photovoltaikstrom noch mit etwa 14 cent / kWh vergütet, bei diesen Kosten wird es attraktiv, ihn gleich selbst zu verbrauchen.

Mit 9 cent / kWh ist Strom aus Wind von Anlagen im Inland die günstigste unter den erneuerbaren Energien.
Zum Vergleich: Strom aus Windenergieanlagen auf See wird mit 17,5 cent / kWh vergütet und ist damit sogar teurer als Strom aus Photovoltaik. Windstrom offshore hat aufgrund der zu erwartenden Mengen das Potential, in Zukunft ein größerer Preistreiber zu werden, als es die Photovoltaik in der Vergangenheit war. Für Strom aus Biomasse werden Einspeisevergütungen von mehr als 20 cent / kWh bezahlt.


Die Anlagen sind für alle Anwohner sichtbar, werden die Bürger auch an den Gewinnen beteiligt?
Von Grundeigentümern und Betreibern, auch den Betreibern von Bürgerwindanlagen, soll aus den Einspeisevergütungen ein Anteil zur Verwendung für gemeinnützige Zwecke in den anliegenden Orten zur Verfügung gestellt werden. Entsprechende Vorvereinbarungen sollen mit dem Vorhabenträger getroffen werden. Der geplante Weg über ein Interessenbekundungsverfahren ist von der Stadtvertretung am 18.4.2013 beschlossen worden. Diese Zuwendungen sollen nicht in den städtischen Haushalt fließen. Zur konkreten Ausgestaltung, z.B. über eine Stiftung, gibt es Vorschläge.

Und die Bürger sollen die Möglichkeit erhalten, sich finanziell beteiligen zu können, z.B. in einer Bürgerenergie-Gesellschaft. Ein derartiges unternehmerisches Engagement ist allerdings nicht völlig frei von Risiken.


Was passiert, wenn die Betreibergesellschaft in Konkurs geht. Stehen dann die Investitionsruinen in der Landschaft?
§ 35 (5) des Baugesetzbuches verlangt vom Betreiber - als eine von mehreren Zulässigkeits-voraussetzungen - eine Verpflichtungserklärung abzugeben, das Vorhaben nach dauerhafter Aufgabe der zulässigen Nutzung zurückzubauen und Bodenversiegelungen zu beseitigen. Dazu müssen die Betreiber in der Betriebsphase entsprechende Rücklagen bilden. Es ist nicht unüblich den Betreiber zu verpflichten, die Rückbauverpflichtung durch eine Bankbürgschaft zu besichern.

Wenn sich nach einer Insolvenz keine übernehmende Gesellschaft finden sollte muss die Anlage zurückgebaut werden. Das gilt genauso nach Ende der Betriebszeit.


Gibt es Eiswurf im Winter?

Bei modernen Windenergieanlagen werden die Rotorblätter bei Kälte elektrisch beheizt. Die Funktionsfähigkeit dieser Heizung ist im Eigeninteresse der Betreiber, um Unwuchten und Belastungen der Lager zu minimieren. In Mastnähe kann Eiswurf, ähnlich wie von einem Sendemast, nicht völlig ausgeschlossen werden.


Was passiert beim Brand eines Windrades?

Die Gondel, mit Generator, Getriebe, Bremsen, Schaltschränken, Transformatoren und Umrichtern stellt ein besonderes Brandrisiko dar, denn häufige Brandursachen sind Lagerschäden oder heiß laufende Bremsen sowie Defekte an elektrischen Anlagen und in Schaltschränken, hinzu kommen Blitzeinschläge.

Moderne Anlagen haben Schutzkonzepte, die die Entstehungsursachen systematisch minimieren und im Falle des Falles für die frühzeitige Erkennung eines Brandes, die sofortige Abschaltung der Anlage, eine schnelle selbsttätige Löschung und nicht zuletzt die Alarmierung der Feuerwehr sorgen. Wie bei jedem Brand ist es entscheidend, ihn frühzeitig zu bekämpfen und ein Übergreifen z.B. vom Maschinenraum auf die Rotorblätter zu verhindern. Dazu ist es erforderlich im Maschinenraum eine Gaslösch- und eine Feinsprühtechnik fest zu installieren. Das „kontrollierte Abbrennen“ von Anlagen sollte der Vergangenheit angehören.


Was geschieht mit dem Wild? Gibt es Einbußen bei der Jagdpacht?
Das Wild wird in der Bauphase vergrämt, ähnlich wie bei anderen großen Baumassnahmen oder Forstarbeiten. Es kommt aber nach relativ kurzer Zeit zurück.
Für die Jagdpacht während der Bauphase sind bereits an vielen Orten Regelungen gefunden worden, die Erlöse aus der Windenergie-Nutzung reichen dafür aus.


Wie sieht es mit den Wegen und Wanderwegen aus?

Zur Errichtung der Anlagen werden die erforderlichen Wege vom Betreiber in Abstimmung mit den Eigentümern befestigt und ggf. verbreitert. Nach Errichtung der Anlagen können diese Ausbauten für den Holztransport verfügbar bleiben oder sie werden zurückgebaut, Schäden an anderen Wegen werden ausgeglichen.
Wanderwege könnten in der Bauphase kurzzeitig gesperrt werden. Andererseits sind Windparks gerade in der Bauphase ein spannendes Wanderziel.


Gibt es nicht noch andere Möglichkeiten, erneuerbare Energie zu gewinnen?
Selbst in Schmallenberg ist der Energiebedarf so groß, dass langfristig alle Möglichkeiten genutzt werden müssen. Und die zukünftige Elektromobilität wird den Strombedarf eher steigen lassen. Die Windenergie ist in Schmallenberg die einzige mit einem nennenswerten und bisher nicht genutztem Potential.

Primärenergiebedarf Schmallenberg ca. 710 Mio. kWh pro Jahr,
darin enthalten ca. 117 Mio. kWh Stromverbrauch

Potentiale erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung in Schmallenberg:

Biomasse

Holz - Zuwachs im Wald ca. 250 Mio. kWh
- vollständig genutzt, zumeist hochwertige Nutzungen
Landwirtschaft - Potential für weitere 2 Biogasanlagen der 75 kW-Klasse,
- 1,2 Mio. kWh
Das Bioenergiedorf Ebbinghof, Stromerzeugung ca. 8 Mio. kWh, lässt sich aufgrund des Flächenbedarfs nicht kopieren       

Wasserkraft 
  
Erzeugung aktuell ca. 0,5 Mio. kWh pro Jahr
Potential: 0,1 Mio. kWh, Volumenströme und Fallhöhen sind gering, weitere
Kleinstanlagen sind aus Gründen des Gewässer- und Naturschutzes ausgeschlossen

Photovoltaik 
Erzeugung aktuell ca. 13 Mio. kWh pro Jahr
Ausbaupotential begrenzt auf kleine Anlagen, Vergütung für Dachanlagen auf neuen landwirtschaftlichen Gebäuden aktuell wenig attraktiv, geeignete Freiflächen (Konversionsflächen) sind nicht verfügbar

Wind

2 Flächen mit 520 ha im FNP-Änderungsverfahren
- 11 bis 12 Anlagen, möglicher Ertrag 70 bis 80 Mio. kWh

Pumpspeicherkraftwerke erzeugen im Ergebnis keinen Strom, zum Pumpen werden etwa 30 % der gespeicherten Energie verbraucht. PSW können die schwankende Erzeugung erneuerbarer Energien ausgleichen, ebenso wie BHKW.


Kann der Strom mit BHKW erzeugt werden?

Zur schwankenden Erzeugung der erneuerbaren Energien können Blockheizkraftwerke einen Ausgleich bilden.
BHKW sind überall dort sinnvoll, wo auch die Wärme genutzt werden kann. BHKW benötigen Erdgas oder Heizöl und sind damit abhängig von der Entwicklung der Preise und der Verfügbarkeit klassischer Energieträger. Eine Alternative ist Biogas, das jedoch nur sehr begrenzt verfügbar ist, wie z.B. für das BHKW der Wärmeversorgung am Schulzentrum in Bad Fredeburg.

Ein Unternehmen in Bad Fredeburg betreibt mehrere BHKW mit vorgeschalteter Holzpellet-Vergasung, die Stromerzeugung erreicht ca. 12 Mio. kWh pro Jahr. Holzangebot und -preise setzen dieser Technik jedoch enge Grenzen.

Doch BHKW sind wirklich effizient nur mit vollständiger Verwertung der Wärme. Und es muss im Blick behalten werden, dass Strom aus Biomasse unter den Erneuerbaren der mit großem Abstand teuerste ist.



 

 

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