Wärmeversorgung in Bad Fredeburg geht in Betrieb

Auf Knopfdruck fließt seit Donnerstag, 28. Juni 2012 80 Grad heißes Wasser durch das neue Bad Fredeburger Wärmeleitungsnetz. Mit der offiziellen Inbetriebnahme durch Herrn Bürgermeister Bernhard Halbe und den Betreiber Schmallenberg Energie GmbH werden SauerlandBAD und Schulzentrum mit Wärme aus Ebbinghofer Biogas versorgt. Somit kann die Wärmeversorgung wie geplant zum 1. Juli 2012 in Betrieb gehen, die Akademie wird im Zuge des Umbaus zum Musikbildungszentrum Südwestfalen angeschlossen.

Das Biogas wird in einem Blockheizkraftwerk an der Sporthalle des Schulzentrums verstromt, 40 % fallen als Strom an werden ins RWE-Netz eingespeist. 60 % fallen in Form von Wärme an, diese wird in das neu errichtete knapp 1000 m lange Leitungsnetz eingespeist.

Für Herrn Bürgermeister Bernhard Halbe zeigt die Wärmeversorgung in Bad Fredeburg beispielhaft, wie sich die beiden Ziele Klimaschutz mit erneuerbaren Energien und langfristige Wirtschaftlichkeit ideal verbinden lassen: Die drei Gebäude stehen für mehr als 30 % des Wärmeverbrauchs der Stadt Schmallenberg. Mit der Umstellung sinken die CO2-Emissionen um mehr als 1.000 t pro Jahr, bzw. um 67 %. Und mit Biogas als Primärenergie werden die Heizkosten für die 3 Gebäude in Zukunft nur noch halb so stark wachsen wie die Preise für fossile Energien.

Gebaut und in den nächsten 15 Jahren betrieben wird das System von der Schmallenberg Energie GmbH, einem gemeinsamen Unternehmen der Stadtwerke Schmallenberg, der RWE Energiedienstleistungen GmbH und der Ebbinghof Biogas GmbH & Co. KG. Burkhard König, als Betriebsleiter der Stadtwerke auch einer der Geschäftsführer der neuen Schmallenberg Energie, nennt rund 1,3 Millionen Euro als Investitionssumme für den Bau des BHKW, des Leitungsnetzes und von 4 Erdgaskesseln für Spitzenlasten im Winter. Diese Investition braucht die Stadt nicht aus knappen Haushaltsmitteln finanzieren, erhält aber trotzdem alle Vorteile der klimafreundlichen Versorgung. Der Bau des Nahwärmenetzes wurde mit Mitteln aus dem Programm "progres.nrw" des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Neben den technischen Anforderungen war auch der Terminplan der Stadt sehr anspruchsvoll, zwischen der offiziellen Erteilung des Auftrags und der Inbetriebnahme lagen nur gut acht Monate, in denen vor allem die anspruchsvollen Leitungsbauarbeiten geleistet werden mussten.

Info Technik


Die Wärmeversorgung der städtischen Liegenschaften SauerlandBAD und Akademie erfolgte bisher mit Erdgas, das Schulzentrum in Bad Fredeburg wurde elektrisch beheizt. Ab 1. Juli 2012 wird Schmallenberg Energie pro Jahr etwa 3 Mio. kWh Wärme liefern, das entspricht dem Heizwert von mehr als 300 000 Litern Heizöl. Mehr als 80 % der benötigten Wärme kommen dann aus dem Biogas-BHKW am Schulzentrum, Wärmeleistung 445 kW, und werden über ein Leitungsnetz zu den drei Gebäuden verteilt. Vier Erdgaskessel mit zusammen 1600 kW und ein 25 000 Liter-Pufferspeicher stehen bereit zur Abdeckung von Lastspitzen im Winter und als Reserve.

Erdgas und das Biogas aus dem Bioenergiedorf Ebbinghof werden unterirdisch über Leitungen zugeführt, somit wird im Heilbad Bad Fredeburg kein zusätzlicher Lieferverkehr mit LKW erforderlich. Der Fahrzeugverkehr beschränkt sich auf tägliche Kontrollen per PKW.

Info Klimaschutz

Mit Umstellung auf den 80 / 20-Mix sinken die CO2-Emissionen von 1150 t pro Jahr um 67 % auf ca. 380 t. Auch aus Biogas lassen sich Strom und Wärme nicht CO2-frei erzeugen, im Vergleich zu fossilen Energieträgern sinken die Emissionen aber deutlich. Seit 2009 ist die Stadt Schmallenberg Klimakommune und hat sich bis 2020 eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 33 % zum Ziel gesetzt. Dies ist besonders relevant bei langfristigen Investitionen.

Weitere Informationen: Datenblatt zur Wärmeversorgung für SauerlandBAD, Schulzentrum und Akademie/Musikbildungszentrum Südwestfalen in Bad Fredeburg

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